Newsletter RADAR - Ausgabe 12/2025
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HeideHub: Grüne Steckdose der Superlative
Über das nördlichste Stromdrehkreuz Deutschlands soll Windstrom von der Nordsee in weite Teile des Landes fließen.
Was passiert, wenn an der Energieküste vier Stromnetzbetreiber gemeinsame Sache machen? Es entstehen Syn-Energien im besten Wortsinn. So aktuell in der Nähe von Heide, wo die Übertragungsnetzbetreiber TenneT Germany, Amprion und 50Hertz sowie der Verteilnetzbetreiber SH Netz neben dem Umspannwerk Heide/West den ersten Multiterminal Hub in Deutschland planen.
Der „HeideHub“ in den Gemeinden Lieth und Wöhrden soll ab 2030 große Mengen an Windstrom von Offshore-Windparks in der Nordsee ins regionale Netz einspeisen und über das geplante Erdkabelprojekt NordOstLink in Richtung Mecklenburg-Vorpommern und von dort nach Süddeutschland leiten. Zudem entsteht auf dem Gelände ein Konverter für die Gleichstromleitung Korridor B, die Windstrom nach Nordrhein-Westfalen transportiert. An dem laut dem Betreiber „ersten Multiterminal-Hub in Deutschland“ enden dann zwei Offshore-Netzanbindungen namens LanWin2 (TenneT) und LanWin3 (50Hertz), die allein bis zu vier Gigawatt Windstrom aus der Nordsee an Land bringen. Über die Gleichstromverbindung NordOstLink wird ein Großteil des Windstroms weiter zum SuedOstLink+ geführt und damit in den verbrauchsstarken Süden Deutschlands geleitet. Es wird jedoch auch Energie direkt an der Westküste und in der Region zur Verfügung stehen. Mehr als zehn Millionen Haushalte können theoretisch so mit grünem Strom versorgt werden.
Knotenpunkt der Energiewende
Der „HeideHub“, bestehend aus Gleichstromschaltanlage, Konverter und Umspannwerk, verbindet künftig neben LanWin2, LanWin3 und dem NordOstLink auch die geplante 380-kV Leitung Hochwöhrden – Pöschendorf. TenneT Germany, wichtiger Partner der Energieküste, zeichnet in diesem Leuchtturmprojekt für das Energienetz der Zukunft für die Realisierung des Netzanbindungssystems LanWin2 verantwortlich. 50Hertz setzt LanWin3 um und Amprion plant den Konverter, der den Windstrom über die 525-kV-Leitung Korridor B in die Verbrauchszentren in Nordrhein-Westfalen transportiert. Neben privaten Haushalten, so der Plan, soll dieses enorme Stromdrehkreuz künftig außerdem Strom für energieintensive Industrien liefern. Auch der Anschluss eines Elektrolyseurs für die Erzeugung von grünem Wasserstoff ist denkbar. Die Betreiber des HeideHubs sprechen daher nicht nur von einem Stromverteilzentrum, sondern auch von einer „grünen Steckdose“.
Bodenuntersuchungen ebnen den Weg
Anfang Juli startete der Netzbetreiber TenneT mit Bodenuntersuchungen an rund 100 Punkten zwischen Büsum und Heide, um die Stabilität und Leitfähigkeit des Untergrundes für die rund 15 Kilometer langen Landkabel der Offshore-Netzanbindungen LanWin2 und LanWin3 zu testen. Die Untersuchungen sind Voraussetzung für das Genehmigungsverfahren, das im Frühjahr 2026 beginnen soll. Ab 2028 soll dann gebaut werden.