Newsletter RADAR - Ausgabe 01/2026
Nachhaltiges zum Nachmachen: Konzepte und Können rund um den Globus
Licht für Afrika:
Wie d.light mit Solarstrom Entwicklungshilfe leistet
Das global agierende Unternehmen d.light macht das Leben von Millionen Menschen heller, indem es ländliche Gemeinden mit sauberer, erschwinglicher Energie versorgt. Das Ziel ist es, bis 2030 eine Milliarde Menschen zu erreichen.
Der Hintergrund: Allein in Afrika haben etwa 600 Millionen Menschen keinen zuverlässigen Zugang zu Elektrizität. Dies betrifft vor allem ländliche Regionen. Während mehr als 80 Prozent der Stadtbewohner:innen Elektrizität nutzen, müssen 70 Prozent der Bevölkerung in abgelegenen Orten ohne Strom auskommen. Diese Millionen von Menschen sind darauf angewiesen, kohlenstoffreiches Kerosin in Lampen und Öfen zu verbrennen oder Dieselgeneratoren für Beleuchtung und Kochen zu betreiben. Das schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch der Gesundheit.
Die Mission: Saubere Energie für alle
Im Jahr 2004 wurde Sam Goldman, späterer Mitbegründer von d.light, als Freiwilliger des US-Porgramms „Peace Corps“ im afrikanischen Benin Zeuge, wie der Sohn eines Nachbarn durch eine umgestürzte Petroleumlampe schwere Verbrennungen erlitt. Ein Erlebnis, das ihn anspornte, Lösungen zu entwickeln, um einkommensschwache Haushalte in Entwicklungsländern kostengünstig und sicher mit nachhaltigem Strom zu versorgen. Goldman belegte einen Kurs in „Entrepreneurial Design for Extreme Affordability” an der Stanford Design School, wo er Nedjip Tozun kennenlernte. Gemeinsam entwickelten sie ihren ersten Prototyp einer Solarlaterne und gründeten bald darauf das Unternehmen d.light.
Heute produziert und verkauft d.light Solar-Heimsysteme und -Geräte an Kunden in Afrika und Indien. Über Partnerschaften werden die Produkte außerdem in 70 weiteren Ländern vertrieben. Hier können die Menschen Dank d.light nun nicht nur Licht machen, sondern auch fernsehen, Radio hören und ihr Handy aufladen. Und all das mit regenerativer Sonnenenergie und zu einem viel günstigeren Preis als bei vergleichbaren Geräten mit Netzanschluss. Da viele Menschen in den Zielregionen keinen Zugang zu Finanzdienstleistern haben, nutzt d.light das flexible Pay-as-you-go-Modell (PAYG), das über mobile Zahlungsanbieter angeboten wird und Dienstleistungen für alle erschwinglich und verfügbar macht.
Preisgekrönte Entwicklungshilfe, gelebter Klimaschutz
Anhand seiner Produktverkäufe misst d.light die CO2-Einsparungen im Vergleich zu kerosinbasierten Beleuchtungen und Kochherden. Seit 2007 wurden demnach 38 Millionen Tonnen CO2-Emissionen und schätzungsweise zwei Millionen Tonnen Ruß und Feinstaub vermieden. Das macht d.light zum absoluten Vorreiter im Bereich netzunabhängiger sauberer Solarenergie. Ein Engagement, das weltweit Anerkennung findet: Das Unternehmen erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. 2024 war es außerdem unter den Finalisten des „Earthshot Prize“, einer der renommiertesten und einflussreichsten Umweltpreise der Welt.
Quellen:
> d.light
> Earthshotprize